Eine Welt ist nicht genug - Der Earth Overshoot Day

Ab dem 02. August 2017 leben wir auf Pump. Stellen wir uns einmal vor, wir würden die letzten 5 Monate des Jahres unser gewohntes Gehalt bekommen, die dafür fällige Arbeit summiert sich aber und wird irgendwann in ferner Zukunft unseren Enkeln in Rechnung gestellt. Ungefähr so gehen wir mit den Ressourcen unserer Erde um. Der sogenannte Earth Overshoot Day oder auch Welterschöpfungstag wird jährlich von der Forschungsorganisation Global Footprint Network errechnet und soll uns wachrütteln. 

 

 

Zum Überleben benötigen wir saubere Luft, Wasser, Nahrung und andere Rohstoffe. Diese Ressourcen werden von der Erde fortlaufend regeneriert, sodass die Quelle niemals versiegen dürfte und wir Menschen lange und bequem auf diesem Planeten leben könnten. Bäume wachsen nach, Fischpopulationen erneuern sich, Sauerstoff wird freigesetzt und Boden wird durch natürliche Prozesse fruchtbar gehalten. So hält sich unser Planet seit Milliarden Jahren mehr oder weniger im Gleichgewicht. 

 

Jedoch ist die Kapazität der Erde begrenzt - das bedeutet pro Jahr kann nur eine bestimmte Menge an Ressourcen erneuert und demzufolge auch nur genau diese Menge verbraucht werden, bevor ein Ungleichgewicht entsteht. Geht unser Konsum über diese Menge hinaus, greifen wir die Rücklagen an, die der Planet so dringend braucht. 

 

Unbegrenztes Wachstum auf einem begrenzen Planeten. Dass das nicht lange gut geht, liegt auf der Hand.

 

Leider ist genau dieser übermäßige Konsum und ständiges Streben nach Wachstum trauriger Alltag. Schon seit den 70er Jahren überschreiten wir jährlich das ökologische Konto der Erde - und jedes Jahr werden die Zahlen dramatischer. Lag 1971 der Earth Overshoot Day noch Ende Dezember, so war er im Jahr 2005 schon im September. Heute im Jahr 2017 sind wir bei Anfang August angelangt - und die Entwicklung geht immer rasanter. 

 

„Der „Earth Overshoot Day“ markiert den Tag, ab dem wir aus ökologischer Sicht über unseren Verhältnissen leben. Das bedeutet, dass die Menschheit vom 1. Januar bis zum 2. August so viel von der Natur verbraucht hat, wie die Erde im ganzen Jahr erneuern kann. Mit anderen Worten, nutzen wir Menschen die Natur 1,7-mal schneller als Ökosysteme sich regenerieren können. Das bedeutet, wir brauchen mittlerweile 1,7 Erden.“  (Global Footprint Network)

 

Global Footprint Network hat eindrückliche Grafiken erstellt, die die Ausmaße deutlich machen. So lässt sich zum Beispiel an folgender Aufstellung erkennen, welche Folgen es hätte, wenn alle Menschen auf der Erde so leben würden, wie die Bewohner der einzelnen Länder. Hätten also alle Menschen unseren deutschen Lebensstil, bräuchten wir ganze 3,2 Erden. 

 

Quelle: www.overshootday.org 

 

Besonders paradox ist, dass die westlichen Länder den größten Fußabdruck haben, die ärmeren Länder müssen jedoch die Folgen unserer rücksichtslosen Verschwendung tragen. Das ist ein Automatismus unserer konsumorientierten Welt.

 

Menschen mit weniger Geld leben ganz automatisch umweltschonender, weil sie mit ihren vorhandenen Ressourcen nachhaltiger umgehen müssen. Reichere Menschen haben zwar ein großes Bewusstsein für Umweltschutz, leisten sich aber trotzdem ein sehr teures Leben. Und teuer darf man hier durchaus auch auf die ökologischen Folgen beziehen. Da bekommt der Ausdruck „auf großem Fuß Leben“ gleich eine andere Bedeutung. 

 

Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Die Zukunft ist wandelbar und wir haben es in der Hand in welcher Form sie sich verändert. Genauso wie der World Overshoot Day in den letzten Jahren rasant immer früher im Jahr kam, können wir dieses Datum auch wieder nach hinten verschieben. Die konsumorientierte Welt ist die Ursache für das Problem, aber genauso können wir über unseren Konsum Einfluss für einen positiven Wandel nehmen.

 

Wenn Du heute noch anfängst, folgende Aspekte zu beachten und dein Handeln im Alltag zu verändern, trägst du einen großen Beitrag zu einem nachhaltigeren Leben. Nur so können wir es schaffen, dass wir Menschen wieder auf diese eine Erde passen - oder hast du eine zweite bzw. gar eine dritte in petto!? 

 

Konsum einschränken!

Frage Dich bei jeder Neuanschaffung, ob du das wirklich brauchst. Auf vieles lässt sich einfach verzichten und wenn Verzicht keine Option ist, lässt sich mehr reparieren, als wir denken. Wenn Reparieren nicht mehr geht, ist gebraucht kaufen die nächste Alternative.

 

Jede Kaufentscheidung überdenken!

Wenn doch eine Neuanschaffung her soll, kann man auch hier einiges richtig machen. Gibt es energiesparende Alternativen bei Elektrogeräten? Sind die Lebensmittel regional und saisonal? Gibt es Produkte mit nachweislich nachhaltiger Erzeugung statt ausbeuterischen Discounterartikeln? 

 

Mobilität umdenken!

Öfter mal das Fahrrad nehmen oder zu Fuß gehen, statt kurze Strecken mit dem Auto zu fahren. Außerdem Flugreisen und Schifffahrten Massiv reduzieren und damit Energieverschwendung und Umweltverschmutzung vermeiden.

 

Weniger Fleisch und Fisch!

Fleischkonsum ist ein massiver Aspekt der Ressourcenausbeutung weltweit (mehr dazu) und die Meere sind schon lange überfischt. Es gibt unglaublich viele Möglichkeiten sich abwechslungsreich und lecker zu ernähren, wenn pflanzliche Lebensmittel einen größeren Stellenwert einnehmen. 

 

Mehr Gemeinschaft!

Teilen und Tauschen führt nicht nur zu weniger Konsum, sondern auch zu einer besseren Kommunikation untereinander, und das hat ja bekanntlich noch nie geschadet. Braucht wirklich jeder für seinen kleinen Vorgarten einen eigenen Rasenmäher, oder könnten die Nachbarn sich nicht auch einen teilen? 

 

Wir stecken in einer brenzligen Situation, aber es ist noch nicht zu spät. Gestalten wir die Zukunft aktiv!
Welche Ideen hast Du, um den World Overshoot Day nach hinten zu verlegen? Lass es uns gerne in den Kommentaren, per Mail oder Facebook wissen. 

 

 

 

Mehr Daten, Grafiken und  Hintergründe findest du auf: www.overshootday.org


geschrieben von Anna


Diese Artikel könnten ebenfalls für Dich interessant sein: 

 

Zu gut für die Tonne 

 

Energie im Überfluss



Wenn Dir der Artikel gefallen hat, teile ihn doch mit Deinen Bekannten. 

Auch über einen Kommentar freuen wir uns sehr!